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Dr. Antonio Andrioli

www.andrioli.com.br/de

http://revista-ecologica.ning.com/video/jeet-tv

 


 "Jeet.TV transmite ao vivo, de forma interativa, em muitas línguas, em até 14 canais, para inundar os veículos de mídia com impulsos criativos em todas as línguas. As transmissões possuem, desta forma, o caráter de seminários gratuitos."

- Traduzido diretamente do alemão, de: (http://jeet.tv/online/pages/startseite/was-ist-jeettv.php)

Dei uma navegada no site deles e como ainda estão no início das atividades, algumas partes ainda não estão completas e até mesmo sem nenhum conteúdo.
Mas a proposta é boa e iremos acompanhar o progresso deste, que é considerado como o novo caminho da TV: interatividade total, através da internet.

 


 


 


 


 

ANTÔNIO INÁCIO ANDRIOLI

 

Antônio Andrioli ist ausgebildeter Agrartechniker, studierte Philosophie, Psychologie und Soziologie auf Lehramt, spezialisierte sich zum Thema Genossenschaftswesen und erlangte anschließend den Master in Erziehungswissenschaften. Er hat bis 2006 am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück promoviert (als Stipendiat des EED) zum Thema Biosoja versus Gensoja: Eine Studie über Technik und Familienlandwirtschaft im nordwestlichen Grenzgebiet des Bundeslandes Rio Grande do Sul/Brasilien. Die Dissertation ist im Januar 2007 als Buch beim Peter-Lang-Verlag in Frankfurt erschienen.

In seinem Aufenthalt in Deutschland (2001-2006) hat Andrioli 152 Vorträge gehalten und für seine akademische Leistung und sein sozialpolitisches Engagement 2004 den DAAD-Preis für ausländische Studierende bekommen, was ihm im Jahr danach (2005) die Gelegenheit gab, mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Friedensnobelträgerin Wangari Maathai auf der Podiumsdiskussion des 30. Evangelischen Kirchentages in Hannover über Nord-Süd-Konflikte zu diskutieren.

Kurz vor seiner Rückreise nach Brasilien 2006 erschien ein Buch beim emu-Verlag in Lahnstein: Agro-Gentechnik: Die Saat des Bösen. Die schleichende Vergiftung von Böden und Nahrung, das er zusammen mit Richard Fuchs beim jährlichen Treffen der Gesundheitsberater herausgab. Die portugiesische Version des Buches wird in diesem Jahr in Brasilien erscheinen.

Seit 2007 arbeitet er als Dozent an der Unijuí in Südbrasilien. Vorlesungen und Forschung u.a. zum Thema Technik und Familienlandwirtschaft, und die Organisation des II. deutsch-brasilianischen Seminars über Nachhaltige Entwicklung (eine Kooperation zwischen der Unijuí und der Universität Osnabrück). Sein Forschungsprojekt über Technik und Familienlandwirtschaft ist gerade vom CNPq (Nationaler Rat zur Wissenschaftlichen und Technischen Entwicklung der Bundesregierung Brasiliens) genehmigt worden.

Seit März 2008 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Doktorat an der Johannes-Kepler-Universität in Linz (Österreich) angestellt, wo er derzeit seine Habilitationsarbeit schreibt.

 

 

Monsanto läßt grüßen….
US-Ärzteverband fordert Stopp für Gen-
Lebensmittel
Studien belegen: Gentechnik macht krank
Jetzt können sich die Gentechnikbefürworter nicht mehr rausreden. Mehrere Tierstudien beweisen:
Gentechnik macht krank. Der US-Ärzteverband für Umweltmedizin fordert nun einen sofortigen Stopp
für gentechnisch veränderte Lebensmittel.
Die Amerikanische Akademie für Umweltmedizin (AAEM) fordert ein sofortiges Moratorium – also
einen vorläufigen Stopp – für gentechnisch veränderte Nahrungsmittel. In einer Pressemitteilung vom
19. Mai erklärt die AAEM: "Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel stellen ein ernstes
Gesundheitsrisiko dar." Unter Bezug auf mehrere Tierstudien kommt die AAEM zu dem Schluss, dass
"ein mehr als zufälliger Zusammenhang zwischen gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln und
Gesundheitsschädigungen besteht" und dass "gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ein
ernsthaftes Gesundheitsrisiko im Bereich der Toxikologie, Allergie und Immunfunktion, der
Fortpflanzung und des Stoffwechsels, der physiologischen und genetischen Gesundheit bedeuten."
Sofortige Maßnahmen
Die Organisation, die seit 1965 besteht und sich selbst als »internationaler Verband von Ärzten und
anderen Experten für die klinischen Aspekte des Zusammenhangs zwischen Mensch und Umwelt«
beschreibt, fordert in Ihrer Erklärung aufgrund der Erkenntnisse aus mehreren Tierstudien umgehend
die folgenden Maßnahmen bezüglich des menschlichen Konsums von sogenannten GVONahrungsmitteln
(GVO steht für "gentechnisch veränderte Organismen"):
• Ein Moratorium auf GVO-Nahrungsmittel
• Durchführung von Langzeituntersuchungen über die Sicherheit gentechnisch veränderter
Nahrungsmittel und deren Kennzeichnung.
• Ärzte sollten ihre Patienten, die Fachwelt und die Öffentlichkeit auffordern, auf gentechnisch
veränderte Nahrungsmittel zu verzichten. Ärzte sollten beim Krankheitsverlauf ihrer Patienten
auch die Rolle von GVO-Nahrungsmitteln in Erwägung ziehen.
• Zusätzliche unabhängige wissenschaftliche Langzeitstudien, bei denen Daten erhoben
werden sollen, um die Rolle von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln auf die
menschliche Gesundheit untersuchen zu können.
Ernsthafte Gesundheitsrisiken
In dem Papier ist zu lesen: "Mehrere Studien an Tieren deuten auf ernsthafte Gesundheitsrisiken beim
Verzehr gentechnisch veränderter Nahrungsmittel hin. Dazu zählen Unfruchtbarkeit, Entgleisung des
Immunsystems, beschleunigte Alterung, genetisches Entgleisen im Zusammenhang mit der
Cholesterinsynthese, der Insulinsteuerung, der Zellkommunikation und der Bildung von Eiweißen
sowie Veränderungen in der Leber, den Nieren, der Milz und dem Magen-Darm-System."
Genau heißt das: "Es hat sich ein präziser Zusammenhang zwischen GVO-Nahrungsmitteln und
bestimmten Krankheitsverläufen herausgestellt. Bei zahlreichen Studien an Tieren fand man eine
erhebliche Entgleisung des Immunsystems, einschließlich einer Hochregelung von Zytokinen, was zu
Asthma, Allergien und zu Entzündungen führen kann. Andere Tierstudien zeigten eine veränderte
Struktur und Funktion der Leber, wie eine Veränderung des Fett- und Kohlehydratstoffwechsels sowie
Zellveränderungen, die zu beschleunigter Alterung und möglicherweise zu einer Akkumulation von
Sauerstoffradikalen (ROS) führen könnten. Veränderungen in Niere, Bauchspeicheldrüse und Milz
wurden ebenfalls beschrieben. Eine neuere Studie aus dem Jahr 2008 stellt eine Verbindung
zwischen GVO-Mais und Unfruchtbarkeit her; es zeigte sich, dass die Würfe bei bestimmten Tieren
mit der Zeit kleiner wurden, so waren bei mit GVO-Mais gefütterten Mäusen die neugeborenen Jungtiere
deutlich leichter. Bei dieser Studie wurde auch festgestellt, dass bei den mit GVO-Mais
gefütterten Mäusen über 400 Gene deutlich verändert waren. Dabei handelt es sich um Gene, von
denen bekannt ist, dass sie Protein-Synthese und Modifikation sowie die Zellkommunikation, die
Cholesterin-Synthese und die Insulin-Steuerung regeln. Bei anderen Studien zeigten sich Schäden an
den Gedärmen von mit GVO-Mais gefütterten Tieren, darunter proliferatives (wucherndes)
Zellwachstum und eine Störung des Immunsystems des Darms."
Die Studien zeigen, dass „mehr als nur ein zufälliger Zusammenhang zwischen gentechnisch
veränderten Nahrungsmitteln und einer negativen Auswirkung auf die Gesundheit" bestehe. Und
„angesichts der sich häufenden Daten“ sei es, so die Schlussfolgerung der Mediziner, "biologisch
plausibel, dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel Gesundheitsschäden beim Menschen
verursachen."
Kein Nutzen erkennbar
Auch das Verkaufsargument der Biotech-Industrie und ihrer Befürworter, dass nämlich durch den
Einsatz von Gentechnik im Agrarbereich höhere Erträge erzielt würden und somit ein wesentlicher
Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt geleistet werden könnte, wird laut dem
Positionspapier durch wissenschaftliche Studien widerlegt. Dazu heißt es: "Mit erheblichem Aufwand
wurde in den vergangenen 20 Jahren in vielen tausend Feldversuchen nach Genen geforscht, die zu
einer betrieblichen oder wirklichen (Ernte-)Ertragssteigerung führten. Trotz- dem kam es bei keinem
dieser Feldversuche zu einer Ertragssteigerung bei den wichtigsten kommerziellen Nahrungs- oder
Futterpflanzen. Die einzige Ausnahme bildete Bt-Mais." Der geringfügige Ertragsanstieg bei Bt-Mais
sei jedoch "weitgehend auf die Verbesserungen bei der herkömmlichen Pflanzenzucht" und nicht auf
die Gentechnik zurückzuführen.
Die AAEM kommt zu dem Schluss, dass die GVOs "ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen" und
"kein Nutzen" erkennbar sei, daher spricht sich die Ärzteorganisation für die genannten Maßnahmen
aus.
Interessanterweise scheinen die Medien die Erklärung der amerikanischen Ärzte nicht zur Kenntnis
genommen zu haben. Allein der Aktienkurs des weltweit größten Herstellers von gentechnisch
verändertem Saatgut, Monsanto, reagierte: Er fiel binnen einer Woche nach der Presseerklärung um
fast 14 Prozent.
Gentechnik in Deutschland
In Deutschland kommt diese Meldung wenige Tage, nachdem Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner (CSU) die Aussaat von MON810-Mais der Firma Monsanto in Deutschland untersagt hatte;
kurz danach gestattete sie aber den Versuchsanbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte
Amflora des Herstellers BASF.
Ihre Kabinettskollegin Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) nimmt diese
Entscheidungen zum Anlass, sich öffentlich verstärkt für den Einsatz von Biotechnologie in der
Landwirtschaft einzusetzen. In einem Grundsatzartikel in der Financial Times Deutschland vom 18.
Mai mit dem Titel "Ohne Gentechnik geht es nicht" – auch nachzulesen unter www.cdu.de –beruft sie
sich auf die "globalen Herausforderungen an die Landwirtschaft" angesichts des Klimawandels und
des gleichzeitigen Wachstums der Weltbevölkerung, die "nur mit einer wissensbasierten Bioökonomie"
inklusive Gentechnik zu bewältigen seien. Es gehe um ein Wirtschaftssystem, "das wissenschaftlichen
Fortschritt mit einem verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgang mit biologischen
Ressourcen kombiniert". Auffallend oft spricht sie von "Verantwortung", ohne jedoch auszuführen,
wem gegenüber sie sich wofür verantwortlich fühlt („Entscheidend ist der verantwortungsvolle Umgang
mit neuen Chancen"). Sie schreibt weiterhin: "Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Belege für
gesundheitliche oder ökologische Schäden durch die grüne Gentechnik" – dies dürfte, was die
Gesundheit angeht, durch die von den US-Umweltmedizinern zitierten Tierstudien widerlegt sein.
Was tun?
Was bedeutet die Ärztewarnung nun ganz praktisch? Manch ein Leser wird sich denken: Ich esse
sowieso keine Gen-Lebensmittel, also betrifft mich das Ganze nicht persönlich. Das könnte ein Irrtum
sein! Zwar gibt es bei uns – anders als in den USA – nach EU-Recht die Kennzeichnungspflicht für
Gentechnik in Nahrungsmitteln. Diese Kennzeichnungspflicht gilt aber nicht für Fleisch, Milch und Eier
von gentechnikgefütterten Tieren, und hier liegt der Hase im Pfeffer: Die meisten gentechnisch
veränderten Pflanzen werden für die Tierfütterung verwendet und gelangen durchaus auch bei uns in
Deutschland in die Futtertröge (z.B. gentechnisch verändertes Soja aus Südamerika, für das auch
noch der tropische Regenwald abgeholzt wird...)
Selbst renommierte Marken wie Weihenstephan oder Bärenmarke verwenden Genmilch für ihre
Produkte, ohne dass das für den Verbraucher irgendwie erkennbar wäre. „Sicher“ sind allenfalls
Produkte aus biologisch-organischer Landwirtschaft. Wer dennoch im Dschungel der konventionellen
Supermärkte zurechtkommen möchte, dem sei der „Einkaufsratgeber für gentechnikfreien Genuss“
empfohlen, den die Umweltorganisation Greenpeace soeben neu herausgebracht hat und der unter
www.greenpeace.de/themen/gentechnik/lebensmittel/artikel/ratgeber_essen_ohne_ gentechnik/ aus
dem Internet kostenlos heruntergeladen oder unter der Tel. 040-3061 8120 bestellt werden kann.
Intelligent einkaufen
Beim Einkauf auf die Art der Tierfütterung zu achten und entsprechende Herstellerfirmen zu meiden
bzw. zu bevorzugen, schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern ist auch das probate Mittel, um
die Firmen zum Umdenken zu bewegen. Unterschätzen wir unsere Macht als Verbraucher nicht!
Was kann man weiterhin tun, um die Ausbreitung der risikobehafteten Agro-Gentechnik zu stoppen?
Denn zu bedenken ist: Wenn gentechnisch veränderte Organismen einmal in der freien Natur
ausgesetzt sind, gibt es keine Möglichkeit der Rückholung mehr! (Insekten unterscheiden nicht
zwischen natürlichen und GVO-Pflanzen, und der Pollenflug respektiert auch keine Feldgrenzen.)
Also:
• Falls Sie in Investmentfonds investiert haben, erkundigen Sie sich, ob mit Ihrem Geld
Biotechnikfirmen finanziert werden.
• Beteiligen Sie sich an Aktionen wie dem Marsch „genfrei gehen“, der am 18. Juni in Berlin
gestartet ist und in 43 Tagen über Leipzig – Weimar – Erfurt – Bad Hersfeld – Marburg –
Siegen – Bonn – Aachen – Maastricht – Leuven nach Brüssel führt. Jede/Jeder kann beliebige
Etappen mitmarschieren. Genaueres unter www.genfrei-gehen.de
Das Positionspapier der AAEM über gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ist unter
http://aaemonline.org einsehbar.
Achtung Genmilch!
In diesen Marken steckt Milch von Gentechnik gefütterten Tieren:
Bärenmarke
Weihenstephan
Allgäuland/Bergbauern
Milka
Müller
Minus L
Bauer
(Quelle: Greenpeace-Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik")
Zu empfehlen:
Diese Firmen sichern gentechnikfreie Fütterung zu:
Landliebe
Alb-Gold/Bechtle
Bäuerliche Erzeugergemeinschaft
Schwäbisch Hall
Breisgaumilch
tegut
Upländer
Stolle
Hamfelder Hof
(weitere gentechnikfreie Marken siehe Greenpeace-Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik")

 

 

 

Blogs.taz.de
03.06.2009
Roundup Dämmerung
von saveourseeds
Monsanto’s Alles-Killer
“Roundup” ist weltweit das meistverkaufte Herbizid und Flaggschiff agrochemischer
Monokultur. Auf seiner Wirkung beruht auch der Erfolg von Monsantos “Roundup-Ready”
Gentechnik-Pflanzen, v.a. Soja, Mais und Baumwolle. Sie widerstehen dem Mittel während
alles andere Grün eliminiert wird. Auf Millionen von Hektar wird das Mittel mit dem
Wirkstoff “Glyphosat” rund um den Globus Jahr für Jahr ausgebracht. Eine Klage in
Argentinien, dessen Soja-Anbau vollständig auf Roundup eingestellt ist, könnte nun den
Anfang vom Ende des Mittels markieren. Dort stellte der führende Embryologe des Landes
fest, dass Glyphosat Embryonen schädigt.
Seit Professor Andres Carrasco seine Studie über die
embryonenschädigende Wirkung von Glyphosat veröffentlicht hat, bekommt er Drohanrufe
und auch mal ungebetenen Besuch von Anwälten. Denn auf Basis seiner Untersuchungen hat
ein Konsortium von Umwelt-Anwälten jetzt einen sofortigen Stop des Einsatzes von Roundup
beantragt, wie die Financial Times berichtet und die argentinische Regierung hat eine
Untersuchung angeordnet.
Die Studie von Professor Carrasco, der für die argentinische Armee arbeitet, das Institut für
molekulare Embryologie der Universität von Buenos Aires leitet und zudem Präsident des
argentinischen Nationalrats für wissenschaftliche und technische Forschung (CONICET) war,
läßt befürchten, dass Glyphosat nicht nur bei Amphibien, mit denen die Experimente
durchgeführt wurden, sondern auch bei Menschen zu schweren Embryonalschäden führt.
Carrasco hielt es deshalb für geboten, die Öffentlichkeit bereits vor der Publikation der Studie
zu informieren: Verkleinerte Köpfe, genetische Zell-Veränderungen im zentralen
Nervensystem und deformierte Knochen und Knorpel seien regelmäßige und systematische
2
Folgen von Glyphosat. Man könne mit Sicherheit annehmen, dass ähnliche Effekte auch bei
Menschen aufträten, erklärte der Professor gegenüber IPS. In einem EFE-Interview weist er
darauf hin, dass sein Arbeitgeber CONICET, der Forschungsbabkommen mit Monsanto habe,
keine besondere Begeisterung für seine Untersuchungen aufbringe.
Die forsche Aussage von Monsanto-Chef Hugh
Grant, er sehe der Klage gelassen entgegen und halte die wissenschaftliche Ergebnisse für
“shaky” klingt da ein wenig wie das Pfeiffen im Walde. Sollte sich Carrascos Verdacht
bestätigen, dürfte Monsanto, das Roundup, seit 1975 verkauft und dabei mit Versicherungen
über seine Unschädlichkeit nicht sparte, erhebliches rechtliches Ungemach nicht nur in
Argentinien ins Haus stehen.
Bisher will sich das Unternehmen zu den Vorwürfen noch nicht weiter äussern und verkauft
seine verschiedenen Roundup-Produkte weiter als “stark - schnell - sicher” für alle
landwirtschaftlichen und privaten Anwendungsbereiche. Im Sicherheitsdatenblatt wird
allerdings bereits die Giftigkeit für Wassertiere betont. Ansonsten ist von Augenreizungen
und Hautirritationen die Rede. Bei der diesjährigen Verkaufsaktion in Deutschland gibt es
wahlweise Wellness-Gutscheine, Laptops und Handsprühgeräte für den Einsatz im
heimischen Garten zu gewinnen.
Carrascos Studie ist nicht die erste, die den Mythos vom
unschädlichen Totalherbizid (”Ist die Quecke nicht mehr da, fahrn wir nach Amerika”) in
Zweifel zieht. Prof. Gilles Seralini und seine KollegInnen von der Universität Caen
veröffentlichten Anfang des Jahres eine Studie, bei der geringe Mengen von Roundup zum
3
Absterben menschlicher Zellkulturen führten, wobei hier die Rolle der geheim gehaltenen
Beimengungen zum Wirkstoff Glyphosat eine wesentliche Rolle zu spielen scheinen. Seralini
kommt zu dem Schluss, dass diese Mischung bereits in Dosen wie sie typischerweise als
Rückstand in mit Roundup behandelten Gentechnikpflanzen (nur sie überleben und gelangen
so in menschliche und tierische Nahrung) zu erwarten sind, zu Zellschädigungen führt.
Eine vorangegangene Studie von Seralini, in der Zellschädigungen durch Roundup der
menschlichen Placenta nachgewiesen wurden, schaffte es bereits 2007 in die Liste der top 25
censored stories in denen weitere Hinweise auf die Schädlichkeit von Glyphosat verzeichnet
sind.
Im Vergleich zu älteren Pestiziden gilt Glyphosat als schnell abbaubar und weniger giftig für
Mensch und Tier. Doch diese Einschätzung gerät nun zunehmend unter Druck.
.Unter Druck gerät Roundup allerdings auch von Seiten der Natur: Schneller als Monsantos
Gentechnik-Labore, entwickelte eine wachsende Zahl der Pflanzen, denen Roundup den
garaus machen soll Resistenzen gegen Glyphosat. Dies führte zunächst zu einem durchaus
erwünschten Effekt: Die Menge der ausgebrachten Herbizide pro Hektar stieg in den
vergangenen Jahren sprunghaft an. Zunächst erhöhen die Gentechnikbauern die Roundup-
Dosis. Danach greifen sie zu zusätzlichen Giften. Monsantos Rivale Syngenta hat sogar eine
eigene website namens Resistance Fighter eingerichtet, auf der es genüsslich die Ausbreitung
von Roundup Ready Unkräutern verfolgt um dann die eigenen Pestizide als Lösung des
Problems anzubieten. Was in den USA begann, hat sich mittlerweile auch auf Argentinien,
Brasilien und sogar in Australien bestätigt: Die “Pestizid-Tretmühle” dreht sich weiter.
In Argentinien, wo etwa 180 Millionen Liter Roundup auf gut 18 Millionen Hektar Land
versprüht werden, würde ein Verbot
die Roundup-Ready Soja-Monokultur und einen der wichtigsten Devisenbringer des Landes
praktisch zum Erliegen bringen. Die Chancen für drastische Massnahmen stehen entsprechend
schlecht. Kurzfristig erhofft sich Carrasco wenigstens eine veränderte Einstufung des Mittels
von “gering toxisch” in “hochtoxisch” und rät zur Vorsorge und praktischen Maßnahmen, um
Landarbeiter und Anwohner nicht weiterhin den massiven Dosen auszusetzen, mit denen sie
gegenwärtig bedacht werden.
Allein in Dänemark ist Glyphosat seit gut fünf Jahren verboten, seit es im Grundwasser des
Landes nachgewiesen wurde. Auf Reaktionen aus anderen Ländern, etwa aus Deutschland
und der EU, den USA, Brasilien, Australien und China darf man gespannt sein.
China gehört übrigens nicht nur zu den Ländern, die Glyphosat in grossen Mengen einsetzen,
sondern ist seit dem Ablauf des Patents im Jahr 2002 (dank der Vorkommen von für die
Glyphosatproduktion benötigtem gelbem Phosphor im Land) auch der führende Hersteller mit
einer Kapazität von fast 500.000 Tonnen Wirkstoff pro Jahr, von denen rund 80 Prozent
exportiert werden. Zu sinkenden Preisen auf einem bei gegenwärtig schrumpfendem Absatz
umkämpften Weltmarkt. Der bleibt mit rund 900.000 Tonnen freilich weiterhin gewaltig. Fast
ein Drittel des weltweiten Herbizidumsatzes wird mittlerweile von Glyphosat bestritten. Die
Schädlichkeitsschwelle in den Studien von Professor Carrasco bewegen sich im
Milligrammbereich. Dies illustriert das Ausmass seiner möglichen Implikationen.
Monsanto, das etwa 200.000 Tonnen Glyphosat pro Jahr produziert und in einer Reihe von
neuen Abwandlungen des alten Wirkstoffes verkauft, meldete letzte Woche geringere
Roundup-Erträge (rund 2 statt 2,4 Milliarden $) für das laufende Jahr. Dagegen steigen die
Umsätze mit Saatgut auf ca. 4,5 Millarden $ an. Auch die sind freilich zu einem erheblichen
Teil von der Verfügbarkeit von Roundup abhängig.